Besinnliche Zitate
Auf dieser Seite sammle ich die Zitate, die ich in den Blog-Beiträgen erwähne, und auch andere, die mir lesenswert scheinen.
Wie ich die Liebe auch erklären will –
Komm ich zur Liebe, schweig ich schamvoll still.
Erklärung mag erleuchten noch so sehr,
Doch Liebe ohne Zungen leuchtet mehr.
Die Feder eilt im Schreiben, kaum zu halten –
Kommt sie zur Liebe, muss sie gleich sich spalten.
Verstand, der deutet: Esel im Morast!
Die Liebe wird nur durch die Lieb erfasst.
Nur Sonne von der Sonne Zeichen gab.
Brauchst Zeichen du, wend dein Gesicht nicht ab.
Der Schatten mag von ihr wohl Zeichen geben –
Die Sonne schenkt der Seele Licht und Leben…
Fremd bist du in der Welt ohn Sonnenlicht –
Der Seele Sonne bleibt, kennt Zeiten nicht.
Steht auch die Sonne draussen ganz allein –
Leicht bildest du dir ihresgleichen ein.
Der Seele Sonne, frei vom Ätherband,
Ihr ähnelt nichts im All, nichts im Verstand.
Einbildungskraft hat keinen Raum für sie,
Nie nahte Ähnliches der Phantasie…
Dschalaluddin Rumi (in der Übersetzung von Annemarie Schimmel)
Mein Herz hat sich für jegliche Form geöffnet:
Es ist eine Weide für Gazellen,
und ein Kloster für christliche Mönche,
und ein Tempel für Götzenbilder,
und die Kaaba der Pilgernden,
und die Tafeln der Tora,
und das Buch des Korans.
Ich folge der Religion der Liebe:
Welchen Weg die Kamele der Liebe auch einschlagen,
das ist meine Religion und mein Glaube.
Ibn Arabi
Es kann nicht allgemein überzeugend bewiesen werden, dass Gott existiert. Es kann aber noch weniger allgemein überzeugend bewiesen werden, dass Gott nicht existiert.
Hans Küng
Ebenso ergehe es ihm auch in seiner Küche. Gegen sie habe er von Natur die grösste Abneigung gehabt; nachdem er sich aber einmal daran gewöhnt gehabt habe, auch dort alles aus Liebe zu Gott zu verrichten und Ihn bei jeder Gelegenheit um Seinen Gnadenbeistand zu der Ausführung seiner Arbeiten anzuflehen, sei ihm während der vierzehn Jahre, die er in der Küche beschäftigt gewesen sei, alles sehr leicht gefallen.
Sein jetziges Geschäft sei, Schuhe zu sohlen und zu flicken, was er mit grosser Befriedigung und mit Vergnügen tue; doch sei er bereit, auch diese Arbeit zu verlassen wie alle anderen, weil er bei jeder Arbeit nichts anderes tue, als dass er sich freue, irgendwelche geringen Dinge aus Liebe zu Gott tun zu dürfen.
Es gebe bei ihm keinen Unterschied zwischen der Zeit des Gebets und der übrigen Zeit. Er halte zwar seine Absonderungen oder stillen Gebetszeiten, wenn der Pater Prior ihm sage, er solle das tun, sonst aber begehre und verlange er es nicht; er suche es auch darum nicht, weil seine grösste Arbeit ihn keineswegs von Gott abziehe. …
Unsere Heiligung bestehe nicht in Veränderung unserer Werke, sondern darin, dass wir um Gottes willen verrichten, was wir für gewöhnlich um unserer selbst willen tun.
Bruder Lorenz: Allzeit in Gottes Gegenwart
Nicht indem er Taten unterlässt, erfreut sich der Mensch der Tatenlosigkeit; er erlangt die Vollkommenheit nicht, indem er auf Taten verzichtet.
Bhagavad Gita III, 4
Deshalb vollbringe ohne Anhaftung stets das, was zu tun ist; indem er ohne Anhaftung handelt, erlangt der Mensch das Höchste.
Bhagavad Gita III, 19
Wer frei von Anhaftung handelt und sein Wirken im Brahman [= das Göttliche, das Absolute] begründet, wird nicht von Sünde befleckt, ebenso wenig wie das Wasser am Lotosblatt haftet.
Bhagavad Gita V, 10
Du hast ein Recht auf das Handeln, aber nur auf das Handeln, niemals auf dessen Früchte; lass nicht die Früchte deines Wirkens dein Beweggrund sein, noch lass Anhaftung zur Tatenlosigkeit in dir zu.
Bhagavad Gita II, 47
Die innere Einsamkeit kann nur durch die innere Erfahrung der Einheit mit dem Göttlichen geheilt werden; keine menschliche Beziehung kann diese Leere füllen.
Sri Aurobindo
Unsere Heiligung besteht nicht in Veränderung unserer Werke, sondern darin, dass wir um Gottes willen verrichten, was wir für gewöhnlich um unserer selbst willen tun.
Bruder Lorenz
Was ist Gott schliesslich? Ein ewiges Kind, das ein ewiges Spiel in einem ewigen Garten spielt.
Sri Aurobindo
…einen Fehler zu machen, von dem man weiss, dass es ein Fehler ist, das scheint mir phantastisch! …ich habe es bisher nicht geschafft, das zu verstehen. Es scheint mir – es scheint mir unmöglich. Falsche Gedanken, falsche Impulse, innere und äussere Unredlichkeit, hässliche, niederträchtige Dinge: So lange man sie aus Unwissenheit tut – Unwissenheit ist hier in der Welt –, versteht man das … Aber sobald die Erkenntnis vorhanden ist… wie kann man es je wieder tun? Das verstehe ich nicht!
The Mother, Collected Works, Vol. 8, Seite 294
Eher hört die Erde auf sich zu drehen, als dass die Menschheit aufhört, sich auf eine Einheit hin zu entwickeln.
Teilhard de Chardin
Weder Atem- noch Leibesübungen [zwei Yoga-Techniken] haben einen Zweck, bevor ihr nicht zu der Vorstellung gekommen seid: „Ich bin Zuschauer!“ „Ich bin Geist! Mich kann nichts Äusseres berühren.“ [...] Ich bin in dem Bildersaal: das Weltall. Ich schaue auf die Bilderfolgen. Alle Bilder sind schön, ob gut, ob schlecht, und ich sehe die wunderbare Kunst, die unendlich verschiedenen Lichtwirkungen des grossen Malers. Keine Willensäusserung noch Wunsch ist da. Er ist alles! Er – Sie –, die Mutter spielt und wir sind Puppen, die ihr in diesem Spiel helfen. Jetzt kleidet sie einen in das Gewand eines Bettlers, dann in das eines Königs, im nächsten Augenblick in das Gewand eines Heiligen und dann wieder in das eines Teufels. Um der Mutter, dem Geist, im Spiel zu helfen, ziehen wir die verschiedenen Gewänder an.
Vivekananda, enthalten in: Die Söhne Gottes, Aus den heiligen Schriften der Menschheit, Seite 88 ff.
Gott fordert von niemandem mehr, als er vermag.
Koran, Sure 2,286
Nimmt ein Mensch seine eigene Verantwortung in seine Hände und nennt es „freien Willen“, verliert er sozusagen die Abhängigkeit von Gott, welche ihn trägt und Gott verantwortlich macht. [...]
Wir müssen verstehen, dass es zwei Aspekte von Willen gibt, die auf alle Dinge im Leben wirken. Einer ist der individuelle Wille, der andere der Göttliche Wille. Ignoriert ein Mensch den Göttlichen Willen, wird der menschliche Wille versagen und er wird auf Schwierigkeiten treffen, denn er schwimmt gegen den Strom. Wirkt er hingegen im Einklang, in Harmonie mit dem Göttlichen Willen, geht alles leicht.
Inayat Khan, The Sufi Message, Volume VIIIa und Volume XIV.
O Sohn des Geistes! Edel erschuf Ich dich, du aber hast dich selbst erniedrigt. So erheb dich zu dem, wozu du erschaffen wurdest.
Baha’i Weisheit
Das Höchste in der Welt und das Tiefste, Gott, bist du.
Ich weiss nicht, was du bist. Aber dies weiss ich: Alles, was ist, bist du.
Firdousi. Zitiert aus: Hans Bethge: Der persische Rosengarten.
Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte,
denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten,
denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter,
denn er wird dein Schicksal.
Aus dem Talmud
Welche Meiner Gestalten ein ergebener Gläubiger auch immer zur Anbetung erwählt – Ich mache seinen Glauben stark und unentwegt.
Bhagavad Gita VII, 21
Wenn dir der Gedanke kommt, dass alles, was du über Gott gedacht hast, verkehrt ist, und dass es keinen Gott gibt, so gerate darüber nicht in Bestürzung. Es geht allen so. Glaube aber nicht, dass dein Unglaube daher rührt, dass es keinen Gott gibt. Wenn du nicht mehr an den Gott glaubst, an den du früher glaubtest, so rührt es daher, dass in deinem Glauben etwas verkehrt war, und du musst dich bemühen, besser zu begreifen, was du Gott nennst. Wenn ein Wilder an seinen hölzernen Gott zu glauben aufhört, so heisst das nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern nur, dass er nicht aus Holz ist.
Leo Tolstoi
Manche Frauen können mit dem Geist, der Seele, dem Herzen lieben, aber sie schrecken vor der körperlichen Berührung zurück: unter Druck mögen sie nachgeben, aber es versöhnt sie nicht mit dem Akt, den sie stets für animalisch und entwürdigend halten. Frauen wissen das, aber Männer scheinen es nicht glauben zu können; doch es ist absolut wahr.
Sri Aurobindo
Denn Wahrheit ist die Grundlage echter Spiritualität und Mut ist ihre Seele.
Sri Aurobindo
Ich möchte
Dich lieben ohne Dich einzuengen,
Dich wertschätzen ohne Dich zu bewerten,
Dich ernst nehmen ohne Dich auf etwas festzulegen,
zu Dir kommen ohne mich Dir aufzudrängen,
Dich einladen ohne Forderungen an Dich zu stellen,
Dir etwas schenken ohne Erwartungen daran zu knüpfen,
von Dir Abschied nehmen ohne Wesentliches versäumt zu haben,
Dir meine Gefühle mitteilen ohne Dich für sie verantwortlich zu machen,
Dich informieren ohne Dich zu belehren,
Dir helfen ohne mich einzumischen,
mich um Dich kümmern ohne Dich verändern zu wollen,
mich an Dir freuen, so wie Du bist.
Verfasser mir unbekannt
Ich verstehe unter Glauben (Faith) eine dynamische intuitive Überzeugung im inneren Wesen [Seele] von der Wahrheit übersinnlicher Dinge, welche nicht verifiziert werden können durch irgendwelche physikalischen Beweise, sondern eine Sache des Erfahrens sind
Sri Aurobindo, The Synthesis of Yoga, Seite 38
Dieser Glaube (Faith) ist eine Unterstützung von oben; es ist der leuchtende Schatten, von einem geheimen Licht geworfen, der den Intellekt und seine Kenntnisse übersteigt; es ist das Herz eines verborgenen Wissens, das nicht unmittelbaren Erscheinungen ausgeliefert ist.
Sri Aurobindo, The Synthesis of Yoga, Seite 233
Glaube (Faith) ist für den Menschen unerlässlich, denn ohne ihn könnte er nicht vorankommen auf seiner Reise durch das Unbekannte; doch er sollte nicht auferlegt werden, er sollte als freie Wahrnehmung oder als gebieterische Anweisung des inneren Geistes entstehen.
Sri Aurobindo, The Life Divine, Seite 864
Als man Ramakrishna fragte, ob denn blinder Glaube nicht falsch sei, ging er sogar so weit zu sagen, dass blinder Glaube die einzige Form sei, die man haben sollte: Denn Glaube ist entweder blind oder es ist nicht Glaube, sondern etwas anderes – rationale Schlussfolgerung (reasoned inference), bewiesene Überzeugung (proved conviction) oder nachgewiesenes Wissen (ascertained knowledge).
Sri Aurobindo, Letters on Yoga, Seite 572
