Für alle Ewigkeit?
Vor einigen Tagen habe ich am Fernsehen gehört, wie ein Bischof sagte, aus der katholischen Kirche könne man nie austreten noch ausgeschlossen werden; das, was ich vor über 30 Jahren getan hatte – meinen Austritt schriftlich bekanntgegeben –, sei lediglich ein formaler staatlicher Akt (oder so ähnlich). Mit der Taufe wird ein Mensch in die Kirche aufgenommen, für immer, unlöschbar.
“Wie?”, wunderte ich mich, “es gibt einen Verein, aus dem ich nicht willentlich austreten kann?” Dabei wurde ich doch damals, erst wenige Wochen alt, gar nicht gefragt, ob ich überhaupt beitreten will?!
Das ist ja wie im Islam, dort kann man nämlich auch nicht heraus! Gut, bei den Katholiken wird man nicht gerade zum Tode verurteilt, wenn man sich öffentlich zu seinem Austritt bekennt
So gehöre ich für die Kirche also immer noch zu ihr, bis zu meinem Tod – oder darüber hinaus? Was ist, wenn ich im nächsten Leben beispielsweise in einem arabischen Land wiedergeboren werde und dann Muslimin bin? Bin ich dann immer noch Katholikin und zugleich Muslimin?
Nein, ich vergass - die Christenheit glaubt ja seit 325 n.Chr. nicht mehr an die Wiedergeburt
Wenn ich es mir so recht überlege, habe ich der katholischen Kirche vielleicht nie angehört. Sie akzeptierte nämlich damals den von meinen Eltern gewählten Namen Karin nicht – es sei ein heidnischer Name, kein christlicher (so geschehen vor 55 Jahren in der Südschweiz!). Worauf meine Eltern mir für die Taufe kurzerhand den Namen meiner Grossmutter gaben. Ich wurde folglich als Margherita in die Kirche aufgenommen – doch dieser Name taucht auf keinem amtlichen staatlichen Papier auf, ich existiere so gar nicht. Dann muss ich wohl doch noch einmal wiedergeboren werden, wenn ich mir das Paradies sichern will…
