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Nr. 24: Versuchung, Achtsamkeit und Selbstkontrolle

Titelseite SonnwandelnThematischer Überblick

Was wir im allgemeinen Sprachgebrauch "Versuchung" nennen, kennzeichnet einen Kampf zwischen Seele und Ego: Die Seele weiss genau, wie wir uns in einer bestimmten Situation zu verhalten hätten, aber das Ego will etwas anderes.
Wie alles, was uns im Leben begegnet, dient auch die Versuchung dazu, uns etwas zu lehren. Dazu brauchen wir Achtsamkeit, um die entsprechende Situation überhaupt rechtzeitig als Versuchung zu erkennen, und Selbstkontrolle, um uns der List des Ego zu entziehen.

Beispiele für erörterte Detailfragen

• Die Versuchung als Gelegenheit, das theoretisch Erlernte in der Praxis umzusetzen • Achtsamkeit und Selbstdisziplin auf dem buddhistischen Achtfachen Pfad • Werden wiederkehrende Lektionen in der Lebensschule immer schwieriger? • Das Göttliche fordert von keiner Seele mehr, als sie zu tragen vermag • Die Grenze zwischen Selbstkontrolle und übermässiger Härte gegenüber sich selbst • Wie schaffe ich es, der Versuchung Nein zu sagen? • Achtsamkeit widerspricht nicht der Spontaneität • Übungen für grössere Achtsamkeit • Andere nicht in Versuchung führen •

Entwicklungsziel

Ich übe mich in Achtsamkeit, indem ich in der Gegenwart, im Augenblick lebe und die äusseren und inneren Ereignisse genau wahrnehme.
Ich lerne, meinem Ego Nein zu sagen, wenn meine Seele etwas nicht will, und lasse mich nicht länger von seinen kurzsichtigen Wünschen verführen.

Leseprobe

Das Leben als Schule unseres Bewusstseins funktioniert wie eine gewöhnliche Schule: In der Klasse wird uns der Stoff vermittelt – im Leben sammeln wir Erkenntnisse durch eine Erfahrung oder etwas Gelesenes oder Gehörtes; dann folgen die Hausaufgaben – wir verarbeiten die neuen Erkenntnisse in Gedanken und nehmen sie in uns auf; schliesslich zeigt die Prüfung, ob die Schüler den Stoff richtig „verdaut“ haben – wir werden mit einer Situation konfrontiert, in welcher wir eine neue Erkenntnis praktisch anwenden können.
Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, wie das Sprichwort sagt. Doch es ist immer noch Theorie – und die Umsetzung in die Praxis ist nicht selbstverständlich! Wir haben eine Lektion gelernt, theoretisch, und wir sind auch überzeugt, uns das nächste Mal entsprechend zu verhalten. Doch da haben wir die Rechnung ohne das Ego gemacht! Die äusseren Reize sind im Grunde genommen nur die „Auslöser“ – die wahre Verführung kommt vielmehr aus uns selbst, aus dem Ego. Es wird alles daran setzen, uns in eine ihm genehme Handlungsweise zu treiben; und auch das Ego ist lernfähig und wird uns mit noch raffinierteren Argumenten und subtilerer List zu verführen versuchen.
Darum sollen wir nicht daran verzweifeln und auf keinen Fall aufgeben, wenn es uns trotz einer Erkenntnis nicht gelingt, unser Verhalten entsprechend zu steuern. Wir sind auf dieser Welt, um zu lernen! Und wie in der gewöhnlichen Schule, müssen wir an einigen Aufgaben länger üben und bestimmte Lektionen wiederholen, bis wir etwas erfasst und begriffen haben – im wahren Sinne der Worte: er-fassen und be-greifen, also an uns nehmen und behalten! Wir bekommen immer wieder eine neue Chance und mit ihr auch neue Hilfe und Unterstützung

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